01.04.2012

Die Kartoffel: Tolle Knolle im Kampf gegen Hunger

300. Geburtstag Friedrichs des Großen am 24. Januar - Rückblick auf Engagement und Reformarbeit für den Kartoffelanbau in Deutschland.

Als „Teufelskraut“ bezeichneten die Menschen das bereits im 16. Jahrhundert aus den Anden mitgebrachte Gewächs „Tartuffel“. 150 Jahre hat die Kartoffel gebraucht, um sich in Deutschland Mitte des 18. Jh. als Nahrungsmittel zur Hungerbekämpfung durchzusetzen. Dass dies nicht ganz ohne Zwang erfolgte, geht auf den Preußenkönig Friedrich II. zurück, der eine besondere Sorge für die Landwirtschaft seines Staates trug und damit die Ernährung seines Volkes sicherte. Sein 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 veranlasst Pflanzenzüchter wie die Solana-Gruppe zu einem Rückblick auf die Kartoffel, die heute maßgeblich zur Bekämpfung des Hungers einer wachsenden Weltbevölkerung beiträgt.

Die Kartoffel ist vielfältig: Ob als frisch zubereitete, köstliche Beilage zu Gemüse oder Fleisch, ob als Kartoffelsalat beim Grillen, als Pommes Frites oder Chips – jeder mag die Kartoffel in ihrer Vielseitigkeit. „Vor allem aber ihre ernährungsphysiologische Bedeutung hat sie in ihrer über 5.000-jährigen Geschichte nie verloren“, erläutert Torsten Spill, Geschäftsführer der Solana GmbH & Co KG, Kartoffelzuchtunternehmen mit Sitz in Hamburg. „Wir von der Solana züchten ausschließlich Kartoffelsorten, die für uns eine herausragende Bedeutung für die Welternährung haben.“

Friedrich der Große war es, der den Kartoffelanbau in Deutschland zu seinem persönlichen Anliegen machte und diesem zu seinem Siegeszug über ganz Deutschland verhalf. Die aus den Anden stammende Kartoffel war den hiesigen Klimaverhältnissen und der traditionellen Dreifelderwirtschaft schlecht angepasst, was ihre Akzeptanz in der Landwirtschaft erschwerte. 1744 ließ Friedrich der Große erstmals wie auch in späteren Hungersnöten unentgeltlich Saatkartoffeln verteilen. Der alarmierende Bevölkerungsanstieg veranlasste ihn schließlich 1756 zu dem bekannten Kartoffelbefehl: „Wo nur ein leerer Platz zu finden ist, soll die Kartoffel angebaut werden.“

Über Jahre war die Kartoffel nun das wichtigste Grundnahrungsmittel in Europa, bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine „Fäule des Kartoffelkrautes“ zu massiven Ernteausfällen und mangels alternativer Nahrungsangebote erneut zu Hungersnöten in Irland führte. „Hätte die Züchtung nicht resistente Sorten entwickelt, wären die Hungersnöte in den folgenden Jahren noch dramatischer ausgefallen und der Kartoffelanbau in Europa wohl vollständig zum Erliegen gekommen“, so Spill. „Vor allem der Pflanzenzüchtung ist es zu verdanken, dass die Kartoffel als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel bis heute erhalten geblieben ist und resistente Sorten gegen neu auftretende Schädlinge und Pilze entwickelt werden konnten.“

Heute ist die Kartoffel in der ganzen Welt heimisch geworden. Experten sehen vor allem in Afrika ihr größtes Potenzial im Kampf gegen den Hunger. Denn in den Entwicklungsländern liegen die Erträge auf einem Niveau, das erheblichen Raum für Ertragssteigerungen zulässt. „Die Kartoffel liefert mehr Kalorien pro Flächeneinheit als fast alle anderen Kulturpflanzen, was sie vor dem Hintergrund knapper Wasser- und Bodenressourcen besonders wertvoll macht“, erklärt Spill. Kartoffeln zeichnen sich durch einen niedrigen Fettgehalt sowie durch einen mittleren bis hohen Gehalt an Spurenelementen und Vitaminen aus. Daher kann die Kartoffel auch zur Bekämpfung des “versteckten Hungers” in Entwicklungsländern beitragen. „Die Strategie der Solana ist es, Züchtung und Pflanzgutproduktion näher an den jeweiligen Absatzmärkten zu gestalten“, erläutert Spill.

Dank züchterischen Fortschritts hat die Kartoffel Abwehrmechanismen gegen einen großen Teil von Krankheiten und Schädlingen gebildet sowie Trockenresistenzen und eine hohe Wassereffizienz entwickelt. „Die Chancen der Kartoffel als Grundnahrungsmittel weltweit den Hunger zu bekämpfen sind da. Wir müssen sie nur nutzen“, sagt Spill. Der Mut des Preußenkönigs, Neuerungen auch entgegen vorherrschender Meinung durchzusetzen, sollte heute Vorbild für Innovationsfreundlichkeit und die Entwicklung neuer Züchtungsmethoden sein. Ziel der Pflanzenzucht sollte es sein, die wachsende Weltbevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln auch unter veränderten Klimabedingungen versorgen zu können. 

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